Lektion

Verschiedene Features beim Setzen von Positionen

Das Trading mit Forex und CFDs ist ein Hebelprodukt. Dementsprechend vervielfachen sich Ihre Verluste um die Quote, die sie zuvor festgelegt haben, sollten sich die Märkte entgegen Ihrer Einschätzungen entwickeln. Manche Trader entscheiden sich für einen hohen Hebel, um ihre Profite zu multiplizieren, sollten sich die Märkte entsprechend ihrer Einschätzung entwickeln. Man sollte allerdings immer achtsam mit hohen Hebeln umgehen, da zwar Profite ebenso aber auch Verluste vervielfacht werden. Beim Trading ist es daher essentiell, sein Handwerkszeug genauestens zu kennen.

Hebel (Leverage)
Beim Kauf eines Hauses leistet ein Käufer in der Regel eine Anzahlung. Um den Restbetrag zu decken, nimmt er einen Kredit auf, zum Beispiel bei einer Bank. Jener Leihbetrag wird als „Fremdkapitalaufnahme“ bezeichnet. Ähnliches gilt auch beim Trading: Möchte ein Investor höhere Volumina handeln, als er über Saldo verfügt, hat er die Möglichkeit, über einen sogenannten Hebel mit Fremdkapital zu handeln. In der Regel bieten Broker Hebel zwischen 1:50 und 1:200 an. Investoren sollten dabei nie vergessen, dass mit steigendem Hebel nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste vervielfacht werden. Je größer der Hebel, desto höher also auch das Risiko, das ein Trader mit einer Position eingeht! Um vor dem Handel mit überproportionalen Hebeln zu schützen, verlangt BDSwiss einen Eignungstest. Beweist ein Investor in diesem Test keine ausreichende Kenntnis über das Trading mit Hebeln, kann ihm nur ein geringerer Hebel gewährt werden. Zunächst aber zurück zu der Frage, wie Hebel-Trading eigentlich funktioniert…

Bei einer Transaktion mit einem Hebel von 1:50 leiht ein Trader für jeden Euro seiner Einlage wiederum 49 Euro beim Broker. Jeder Euro wird dementsprechend um das 50-fache vervielfacht. Um also eine Position über €1000 mit einem Hebel von 1:50 setzen zu können, muss ein Investor eine Mindesteinlage von €20 leisten, die restlichen €980 sind Fremdkapital.

Marge
Ein Hebel beschreibt jenen Betrag, den sich ein Trader von einem Kapitalunternehmen leiht. Mit dem Begriff Marge ist wiederum das Eigenkapital gemeint, das ein Trader einbringt – und auch verliert – sollten sich die Märkte zu seinen Ungunsten entwickeln. Jene Investition über €20 aus unserem letzten Beispiel wird auch „Ersteinschuss“ genannt. Der Betrag wiederum, den ein Trader auf seinem Konto hinterlegen muss, um das Halten seiner Positionen zu sichern, nennt sich „Mindesteinschuss“. Beide Positionen sind Margen, die ein Kreditinstitut von einem Investor als Sicherheit verlangt. Generieren, um bei unserem Beispiel zu bleiben, die Positionen eines Investors mehr als €20 Verlust, können sie durch den Mindesteinschuss weiterhin offen gehalten werden. Kommt es zu diesem Szenario und die Märkte entwickeln sich zu Ungunsten des Traders, riskiert sie oder er allerdings ihre oder seine restliche verfügbare Marge – und damit das gesamte verbleibende Saldo.

Bevor ein Konto auf diese Weise vollkommen geräumt wird, können Positionen über einen sogenannten Margin-Call automatisch geschlossen werden. Margin-Calls werden von Broker zu Broker unterschiedlich gehandhabt. Erhält ein Trader einen Margin-Call, kann die Ausführung dieser Order nur durch das Nachschießen weiterer Mittel umgangen werden. Beim Trading mit dem MT4 wird der zum Handel zur Verfügung stehende Betrag als „freie Marge“ bezeichnet. Das Eigenkapital, mit dem Trades ausgeführt werden, wird hier „verwendete Marge“ genannt.

Risiko
Mit dem Begriff Risiko beziehen sich Trader wiederum auf jenes Geld, das ein Investor mit seinem Investment aufs Spiel setzt. Wie beschrieben, wirken sich die Höhe des Hebels sowie die Marge auf das Risikolevel eines Trades aus. Mit einem hohen Hebel können zwar Gewinne multipliziert werden, gleichzeitig riskiert ein Investor aber auch große Teile seines Saldos. Ein entsprechendes Risikomanagement ist für Investoren deshalb unerlässlich: Beim Handel mit Hebelprodukten wie Forex und CFDs sollten Trader stets auch die Risiken einschätzen können!

Stop, Limit, Trailing Stop und Kurstoleranz
Geht ein Trade schief, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Den Verlust akzeptieren und die Position abstoßen, oder mit dem sinkenden Schiff untergehen. Ein achtsamer Trader wendet auf seine CFD-Positionen deshalb immer eine Stop- und eine Limit-Order an. Überspringen Sie diesen Schritt, riskieren Sie, eine verlustreiche Position, in der Hoffnung das Blatt könnte sich wenden, zu lange zu halten. Oder Sie verpassen den richtigen Moment zum Einlösen einer gewinnbringenden Position.

Eine laufende CFD-Position darf niemals unbeaufsichtigt bleiben! Wenn es Ihnen nicht möglich sein sollte, Ihre offenen Positionen im Blick zu behalten, sollten Sie unbedingt Stop- und Limit-Level festlegen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Folgende Optionen gibt es:
Stop-Loss – Verluste limitieren
Beim Setzen oder Anpassen eines Trades oder einer Order können Sie ein Stop-Loss-Limit festlegen. Diese Order schützt Sie vor höheren Verlusten, da eine Position automatisch zum nächsten verfügbaren Marktkurs geschlossen wird, sobald sie das Stop-Level erreicht hat. Eine SL-Order kann damit als eine Art Versicherung gegen zu hohe Verluste verstanden werden. Um SL-Orders richtig anzuwenden, definieren Sie ein Stop-Level auf Basis folgender Frage: Bei welchem Kurs sehen Sie ein, dass Sie mit Ihrer Einschätzung falsch lagen?

Um diese Frage zu klären, sollten Sie stets die besonderen Umstände für jeden Trade bedenken: Liegt der Kursverlust zum Beispiel an hoher Volatilität? Handelt es sich bei dem Trade um eine lang- oder kurzfristige Position? Stehen wichtige Bekanntgaben an, die sich auf Ihr getradetes Asset auswirken könnten? Wie hoch liegt der Prozentsatz, bei dem Verluste ihre Risikotoleranz übersteigen? Sollten Sie verschiedene Trades gleichzeitig offen halten, muss bei der Festlegung von SL-Orders stets das Gesamtrisiko aller Trades im Auge behalten werden: Wie hoch wäre Ihr Verlust, sollte der Worst-Case eintreten? Wäre diese Summe im Rahmen Ihrer Risikomanagementstrategie verkraftbar?

*Bitte beachten Sie die jeweilige Mindestpunktdifferenz beim Platzieren einer Stop-Loss-Order.

Take-Profit – Profite sichern
Nach dem Prinzip eines Stop-Loss-Limits, können Sie auch Ihre Gewinne automatisch absichern. Ein Take-Profit-Limit kann dabei rentable Trades vor einer Umkehr ins Minus schützen.

*Bitte beachten Sie die jeweilige Mindestpunktdifferenz beim Platzieren einer Take-Profit Order.

Folgende Beispiele und Grafiken dienen ausschließlich Anschauungszwecken und sollten nicht als Tradingempfehlung verstanden werden.

Beispiel
Sie Eröffnen einen Standard-Kontrakt (Long) auf das Währungspaar EUR/USD. Wie aus der Chart ersichtlich wird, wird die Position, in Abhängigkeit von der Bewegung der Märkte, automatisch geschlossen, sobald sie entweder das Stop- oder Limit-Level erreicht.

Dieses Ordersystem hat den Vorteil, dass Sie Ihre Positionen nicht mehr ununterbrochen überwachen müssen!

Trailing-Stop – Trends folgen
Mit einer Trailing-Stop-Order können Sie von laufenden Trends profitieren. Dabei führt eine Trendumkehr, in Abhängigkeit zuvor festgelegter Kriterien, zu einer automatischen Schließung der Position. Zunächst wird ein Stop-Level festgelegt, dann legen Sie, mit Hilfe der Punktspezifikation (Zehntel Pips) fest, wie sich ihr Stop-Level anpassen soll.

Beispiel
Sie eröffnen einen Standard-Kontrakt (Sell) auf das Währungspaar EUR/USD zum Kurs von $1,08486 mit einem Stop-Loss-Limit bei $1.08986 short, und einem Trailing-Stop von 50 Punkten. Der Kurs fällt um 50 Punkte, wodurch Ihr neues Stop-Level bei $1.08486 liegt. Solange sich der Trend in diesem Tempo fortsetzt, wird Ihr Stop-Loss-Level kontinuierlich aktualisiert. Ein plötzlicher Anstieg des EUR/USD würde zur automatischen Schließung Ihrer Position führen.

Kurstoleranz
Wird ein Trade direkt auf dem Markt gesetzt, kann es durch Volatilität zu einer Änderung der Einstiegskurse, zwischen dem Zeitpunkt des Setzens und der Ausführung eines Trades, kommen. Der gebuchte Handelskurs könnte sich nachteilig auf Ihre Tradingstrategie auswirken. Um diese Situation zu umgehen, gibt es Kurstoleranzen. Mit der Kurstoleranz legen Sie in Punkten die maximale Abweichung zwischen aktuellem Geld-/Briefkurs fest, mit der Sie einverstanden wären.

Beispiel
Der EUR/USD Geld-/Briefkurs handelt aktuell bei $1,08501/$1,08517. Sie möchten eine Long-Position setzen und akzeptieren maximal eine Kursabweichung von 5 Punkten. Ihr Trade wird nur eröffnet, wenn der Briefkurs unter $1,08522 handelt, andererseits wird Ihr Trade vom System abgewiesen.